Arten-Monitoring evaluiert

Am Freitag, dem 16. September 2016 fand im Rahmen des FuE-Vorhabens „Monitoring zur Bio-Produktion in Biosphärenreservaten“ (BR), am Rande des Deutschen Naturschutztages in Magdeburg, ein Workshop zur Evaluierung der nun erstmals erprobten Monitoring-Methode statt. Genau ein halbes Jahr nach dem Auftaktworkshop zur Umsetzung und Erprobung der Methode in Fulda wurden nun vom BioRegio-Institut die ersten Ergebnisse präsentiert.

Ulfert Saathoff, Mitarbeiter für den Bereich Biodiversität, präsentierte die von acht Monitorer-Innen in die Datenbank des Portals Naturgucker.de eingegebenen Daten von Beobachtungen und Erhebungen der auf Bio-Flächen vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, die zuvor gemeinsam als sinnvolle Naturschutz-Zielarten definiert wurden, aus den Regionen von 10 BR. Institutsleiter Armin Kullmann beleuchtete jeweils die Hintergründe der Auswahl dieser Produkte, Betriebe und Arten und ergänzte die Analyse und Bewertung der Ergebnisse.

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In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere die Frage diskutiert, ob auch relativ häufige (Allerwelts-) Arten als „Botschafter-Arten“ für Bio-Produkte aus den Regionen der Biosphärenreservate (= BR plus beteiligte Landkreise) herangezogen werden sollten, wenn keine explizit seltenen oder schützenswerten Arten auf Erzeugerflächen festzustellen sind. Aus Marketingsicht würde z.B. ein Rotkehlchen („Das kenn ich!“) den weniger artenkundigen KundInnen eine „niedrigschwellige Andockstelle“ an „Produkte mit Artenschutz“ eröffnen.

Während der naturschutzfachliche Anspruch der Gesamtkonzeption damit abgeschwächt wird, ermöglicht es die Vermarktung von Bio-Produkten kooperationsinteressierter Erzeuger, auch wenn noch keine seltenen oder besonderen Arten an einem Standort anzutreffen sind. Es wurde mit den anwesenden Monitorern ein Konsens erreicht, dass dies möglich sein soll, wenn sich die jeweiligen Betriebe jeweils auf anspruchsvolle Artenschutz-Ziele verpflichten. Die Botschafter-Arten stehen dann für den gemeinsamen Weg zu mehr Artenschutz. Stellt sich in Zukunft eine „hochwertigere Art“ ein, kann diese dann als „Leitart“ genutzt werden.

Auf dem Workshop wurden auch die anderen Bausteine des FuE-Vorhabens noch einmal vorgestellt sowie der Fahrplan zu dessen anstehendem Abschluss im Oktober 2016. Neben der Vertextung der Monitoring-Ergebnisse und Optimierungspotentiale der Methode kam dabei die Analyse der wissenschaftlichen Literatur zu „Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen Öko-Anbau oder anderen Maßnahmen und Vorkommen von Zielarten/-Gruppen“ zur Sprache, ebenso das nun vorliegende Konzept für eine Marktforschung zum hier entwickelten Produkt-Konzept „mit belegbarer Biodiversität“ sowie das Kosten- und Finanzierungsmodell, mit dem Monitoring und weitere Schutzmaßnahmen finanziert werden könnten. Eine zentrale Aufgabe zum letzten Punkt soll die neu gegründete Artenschutz-Allianz leisten.

„Insgesamt wird damit zum Abschluss des Vorhabens nun eine gute Grundlage gelegt sein, die Ansätze des FuE-Vorhabens im Anschluss in die Praxis umzusetzen“, so Frau Hagius für den Auftraggeber, das Bundesamt für Naturschutz. „Die Artenschutz-Allianz will dabei helfen, stets einen guten Ausgleich zwischen naturschutzfachlichem Anspruch und „Machbarkeit am Markt“ zu finden, so Prof. Dr. Eckhard Jedicke, der Partner in diesem FuE-Vorhaben war und seit deren Gründung am 1.9.2016 Vorsitzender des Kuratoriums der Artenschutz-Allianz ist.